ISLANDPFERDE
- Einfach phantastisch
!
Das
Sommerekzem
Jeder
Islandpferdebesitzer
fürchtet sich vor dem Tag,
meist ein Tag im Frühsommer
oder im Herbst, an dem sein Pferd
sich plötzlich an Mähne
oder Schweif scheuert oder
wiederholt mit den Beinen gegen
den Bauch schlägt. Oft gibt
der erste Blick auf die
betroffenen Stellen bereits
Gewissheit. Sind die Stellen
offen und blutig, manchmal auch
eitrig und das Gewebe
aufgeschwollen handelt es sich
meistens um das gefürchtete
Sommerekzem, das übrgens
nicht nur beim Isländer
vorkommt.
Über
die Entstehung des Sommerekzems
gibt es viele Untersuchungen.
Schon in den 60iger Jahren
vermutete man eine Mückenart
als Auslöser der
heimtückischen
Hauterkrankung, die dann, ist das
Ekzem erst einmal aufgebrochen,
meist Jahr für Jahr wieder
auftritt. Heute ist bekannt,
daß es sich bei den
sommerekzemauslösenden
Insekten um drei verschiedene
Arten der Gattung Cullicoides
handelt, nämlich um die
Kriebelmücken, die
Schmetterlingsmücken und die
Gnitzen.
Beim Stich dieser Mücken
sondern diese ein Sekret ab
welches beim Islandpferd eine
allergische Hautreaktion mit
Juckreitz auslöst. Eine
Blutmalzeit dieser Insekten
dauert mehrere Minuten, dabei
stechen sie mehrmals an
unterschiedlichen Stellen,
sodaß bereits innert
kürzester eine große
Hautfläche betroffen sein
kann.
Bevorzugt befallen werden dabei
Stellen an Mähnenkamm,
Widerrist, Kruppe und
Schweifrübe, sowie entlang
der Bauchnaht. Seltener sind auch
die Ohren vom Sommerekzem
betroffen.
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Importpferde
aus Island sind vom
Sommerekzem weitaus
häufiger betroffen
als auf dem Kontinent
gezüchtete Pferde.
Die Gründe
hierfür liegen
nicht nur in der
Veränderung der
Umgebungstemperatur bzw.
des allgemeinen Klimas,
sondern auch bei der
Ernährungsumstellung.
In Island weniger die
Neigung zum Sommerekzem
als Isländer, die
erst im höheren
Lebensalter auf den
Kontinent kommen.
Vermutet wird, daß
junge Isländer
besser in der Lage sind
auf die veränderten
Bedingungen ausserhalb
der Insel einzugehen,
als solche die bereits
mehrere Jahre auf Island
verbracht und sich auf
das dortige Klima
eingestellt
haben.
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Isländische
Islandpferde weisen i.d.R.
weniger Schweißdrüsen
auf der Haut auf, als auf dem
Kontinent gezüchtete, auch
ist ihr Verdauungstrakt andere
Futterarten gewöhnt als
kontinentale Pferde.
Fütterungs- und
Haltungsfehler führen im
Laufe der Jahre immer
häufiger dazu, den
Körper aus dem Gleichgewicht
zu bringen und ihn damit
anfälliger für
Krankheiten zu machen.
Untersuchungen zeigten
beispielsweise einen Zusammenhang
zwischen Ekzem und
Lebererkrankungen. Ekzemer wiesen
bei Blutuntersuchungen
höhere Werte in den
Leberparametern GOT, GPT, GLDH
und gGT auf (siehe auch
Pferdemedizin
).
Die Haut übernimmt zu einem
gewissen Teil auch die Funktion
eines Ausscheidungsorgans. Ist
die Leber zu sehr belastet und
gelingt es ihr nicht alle
Stoffwechselprodute zu entgiften
werden diese Giftstoffe u.a. auch
über die Haut ausgeschieden.
Daß das der Haut nicht gut
tut, sogar das Hautmilieu
schädigt ist naheliegend.
Diese Leberschäden treten
meist nie symptomatisch in
Erscheinung, meist laufen sie nur
unterschwellig ab, sodaß
dem Pferdebesitzer lediglich die
Hauterscheinungen
auffallen.
Das
Sommerekzem sollte also nie als
einzelne Krankheit angesehen
werden, sondern vielmehr als Teil
eines Syndroms deren Ursachen
sowohl in
Stoffwechselstörungen, als
auch in der Psyche des Pferdes
liegen.
Als
Behandlung des Sommerekzems
empfielt sich daher eine
ganzheitliche Therapie. Zur
Pflege der betroffenen
Hautstellen mit Salben oder
Ölen sollte gleichzeitig
eine Futterumstellung (auf
proteinarmes Futter) und evtl.
eine unterstützende
homöopathische Behandlung
eingeleitet werden. Hierfür
eigenen sich Bachblüten
ebenso wie homöopathische
Tropfen (zB. Sulfur oder
Mercurius solubilis). Die
Verwendung von cortisonhaltigen
Salben mag bei manchen Pferden
kurzzeitig eine Besserung
bewirken, aber bereits im
nächsten Jahr beginnt die
Erkrankung von neuem.
Welche
Cremes und Salben die besten
Heilungschancen bieten, ist
individuell verschieden. Meinen
Erfahrungen nach helfen neben
schwefelhaltigen Cremes, auch
diese, die Teebaumöle oder
Niembaumöle enthalten. Zur
Wundheilung kann die Creme auf
Basis von Ringelblumensalbe oder
Calendulasalbe selbst hergestellt
werden.
Eine
Wunderwaffe gegen das Sommerekzem
wurde leider bisher noch nicht
gefunden, Pferdebesitzer
können daher nur durch
intensive und vor allem
frühzeitige Pflege das
Ausmaß des Ekzems
entgegenwirken.
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Aus dem News
on Geysir vom
12.03.2001
Sommerekzem bei
Pferden jetzt
vorhersagbar
Wissenschaftler der
Arbeitsgruppe
Immunologie an der
Tierärztlichen
Hochschule in Hannover,
unter der Leitung von
Prof. Wolfgang Leibold,
haben ein Verfahren
entwickelt, das die
Vorhersage der
Anfälligkeit von
Islandpferden für
Sommerekzem
ermöglicht. Jenes
Sommerekzem stellt
für Pferde, die aus
Island nach Europa
exportiert werden,
häufig ein Problem
dar, da es einen
starken, schmerzvollen
Juckreiz verursacht. Mit
dem neuen Verfahren
genügt jetzt eine
einfache Blutprobe, um
zu zeigen, ob ein Pferd
für das Ekzem
anfällig ist oder
nicht, und so ob es
für den Export aus
Island geeignet ist oder
nicht.
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islandpferde@geysir.com
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